Schraubstock Test – Werkstücke einfach einklemmen und bearbeiten

SchraubstockEgal ob Schrauben, Feilen, Sägen oder Hämmern, um ein Werkstück fest einzuspannen und präzise arbeiten zu können, benötigt man einen guten Schraubstock.

Aber Schraubstock ist nicht gleich Schraubstock, auch wenn man das als Hobbyhandwerker vielleicht annehmen könnte. Und wofür soll man sich entscheiden, wenn man plötzlich die Auswahl zwischen Maschinenschraubstock, Schleifschraubstock, Zentrierschraubstock und Niederzugschraubstock hat?

Im folgenden Artikel können zwar nicht alle Schraubstocktypen im Einzelnen erklärt werden, aber es werden ein paar allgemeine Hinweise zu den unterschiedlichen Ausführungen und zum Kauf des richtigen Schraubstocks gegeben.

Präzisionsschraubstock oder Schmiedeschraubstock?

Die grundsätzliche Frage, die sich jeder vor dem Kauf eines Schraubstocks stellen sollte ist: Was will ich mit dem Werkzeug überhaupt anstellen? Möchte ich kleine Modellbauteile löten oder vielleicht sogar Schmuck damit fertigen, oder brauche ich den Schraubstock um massive Metallteile zu bearbeiten. Oder um die Frage anders zu formulieren: Welchen Belastungen muss der Schraubstock standhalten? Soll er auch harte Schläge, wie z. B. Schmiedearbeiten, aushalten oder geht es eher um Präzisionsarbeit mit geringem Kraftaufwand.

Eine typische Form des Schraubstocks sind Parallelschraubstöcke, bei denen eine feste und eine bewegliche Backe sowohl durch eine Spindel als auch durch eine Gleitschiene miteinander verbunden sind. Sie können häufig durch eine Klemmschraube an einer Werkbank befestigt werden, sind zum Teil höhenverstellbar oder auch dreh- und schwenkbar.

Mit Maschinenschraubstöcken werden hingegen Werkstücke in Werkzeugmaschinen, wie z. B. Bohrmaschinen oder Drehbänken, eingespannt, um präziser arbeiten zu können. Diese gibt es häufig auch als hydraulische Schraubstöcke, pneumatische Schraubstöcke oder Schnellspannschraubstöcke.

PräzisionsschraubstockBei Präzisionsschraubstöcken liegt der Fokus, wie der Name schon sagt, auf dem präzisen Einspannen der Werkstücke. Das ist besonders in der Feinmechanik, bei der Fertigung von Präzisionsteilen oder auch in der Schmuckherstellung wichtig. Häufig sind diese Schraubstöcke von 90 bis 360 Grad dreh- und schwenkbar, um zu garantieren, dass man das Werkstück aus dem besten Winkel bearbeiten kann. Für eine ideale Dreh- und Kippfunktion sorgt dabei in der Regel ein Kugelgelenk. Zur Schmuckherstellung oder von Uhrmachern werden zudem gern Mini Schraubstöcke verwendet.

Material und Gewicht

Das Material ist ein wichtiger Faktor, der vor allem die Stabilität und Robustheit des Schraubstocks beeinflusst. Massive Schraubstöcke sind häufig aus Stahlguss und dementsprechend schwer. Bei einem Schraubstock von 20 kg sollte man davon ausgehen, dass er harte Schläge aushält und nicht so schnell zerbricht. Daher gilt bei hohem Kraftaufwand „je schwerer der Schraubstock desto besser“.

Wer eher feinmechanische Arbeiten ausführt, oder den Einsatzort des Schraubstocks öfters wechselt, für den ist ein hohes Gewicht nicht immer unbedingt von Vorteil. Ausreichend Stabilität, bei gleichzeitig, geringerem Gewicht, bieten in diesem Fall Werkzeuge aus Alu- oder Zink-Druckguss.

Selbst Schraubstöcke aus hochwertigem Kunststoff sind auf dem Markt erhältlich und zeichnen sich durch ihre hohe Flexibilität und Funktionalität aus. Ein guter Feinmechaniker-Schraubstock kann also durchaus unter 2 kg wiegen und dennoch die Erwartungen der Kunden erfüllen.

Die Ausstattung

Metall feilenDie meisten Schraubstöcke verfügen über zwei Backen, zwischen denen das Werkstück eingespannt wird. Die Backenbreite variiert etwa zwischen 50 und 150 mm, wobei eine größere Backenbreite für mehr Stabilität sorgt. Die Spannweite bestimmt, wie groß das einzuspannende Werkstück sein kann. Spannweiten zwischen 50 und 165 mm sind hier der Standard.

Um empfindliche Werkstücke nicht zu zerkratzen, sollte man darauf achten, dass der Schraubstock inklusive Soft- oder Schutzbacken geliefert wird. Bei austauschbaren Backen ist es von Vorteil, wenn der Hersteller verschiedenen Backen anbietet, die mit dem jeweiligen Modell kompatibel sind.

Zum Hämmern bzw. Schmieden sollte der Schraubstock zudem über einen Amboss verfügen. Es gibt jedoch auch zahlreiche Schraubstöcke, in denen kein Amboss integriert ist, einfach weil er nicht benötigt wird. Tischlerschraubstöcke zum Beispiel dienen hauptsächlich dem Sägen von Holzplatten. Anstatt eines Ambosses verfügen diese häufig über eine Schnellverstellung. Zum Festhalten von kleinen Werkstücken oder als „dritte Hand“ dienen bei einigen Schraubstöcken zusätzliche Schraubzwingen und Werkzeughalter.

Der Aufbau

Bei manchen Schraubstöcken ist keinerlei Zubehör erforderlich, um das Werkzeug an der Tisch- oder Arbeitsplatte zu befestigen. Sogenannte Klemmschraubstöcke werden mittels einer Klemmschraube einfach am Tisch festgemacht und können leicht abgebaut und an einem anderen Einsatzort verwendet werden. Vorher sollte man sich jedoch informieren, bis zu welcher Dicke der Schraubstock eingesetzt werden kann.

Andere Modelle werden mittels Befestigungslaschen fest auf der Werkbank verschraubt. Das bietet einerseits eine besonders hohe Stabilität, andererseits können diese Schraubstöcke nicht so einfach abgebaut und transportiert werden.

Eine weitere, etwas seltenere, Alternative stellen Schraubstöcke mit Vakuum-Saugfuß dar. Der Saugfuß wird dazu auf einer glatten Oberfläche aufgestellt und das erzeugte Vakuum sorgt für die nötige Stabilität. Der Vorteil: flexible Einsatzmöglichkeiten und einfacher Aufbau.

Was man beim Kauf eines Schraubstocks sonst noch beachten sollte

Neben Material, Ausstattung und Aufbaumöglichkeiten sollte man vor allem darauf achten, dass die Spindel leichtgängig ist und nicht zu viel Spiel hat. Auch Sicherheitsfragen sollten im Vorfeld geklärt werden, um Unfälle während der Arbeit zu vermeiden. Bei einigen Schraubstöcken kann es durchaus vorkommen, dass ein Teil des Werkzeugs herunterfällt, wenn er zu weit aufgedreht wird. Diese Tatsache stellt ein Sicherheitsrisiko für Füße und Fußboden dar.

Schraubstock auf WerkbankDa solche Informationen häufig nicht in den Produktbeschreibungen zu finden sind, ist es oft sinnvoll, sich die Erfahrungsberichte von anderen Käufern durchzulesen. Manchmal lohnt sich auch ein Blick in den Produktkatalog des Herstellers. Dort findet man oft nützliches Zubehör, wie z. B. Drehteller oder Schutzbacken, die gegen einen Aufpreis separat bestellt werden können.

Wer auf Qualität „Made in Germany“ wert legt, der sollte sich informieren, wo die Produkte gefertigt werden. Zahlreiche Hersteller lassen ihre Werkzeuge inzwischen in Asien produzieren, um günstigere Preise anbieten zu können. Auch wenn nicht alle in China produzierten Produkte per se schlechter sind, ist es durchaus möglich, dass ein geringerer Preis mit einer minderwertigeren Qualität einhergeht. Auch hier können Bewertungen im Internet weiterhelfen, um sich ein möglichst umfassendes Bild zu machen.

Fazit

Die Auswahl an Schraubstöcken reicht von „mini bis massiv“, wobei nicht immer der größte und teuerste Schraubstock der Beste sein muss. Grundsätzlich gilt: Wenn der Schraubstock großen Belastungen, wie z. B. kräftigen Schlägen, ausgesetzt wird, sollte er möglichst massiv und aus Stahlguss sein.

Für Präzisionsarbeiten spielen andere Faktoren, wie z. B. präzise gefertigte Backen und eine Dreh- und Kippfunktion, eine wichtige Rolle. Wer den Schraubstock auch unterwegs immer dabei haben möchte, der sollte auf eine schnelle und einfache Montage sowie ein gutes Verhältnis aus Gewicht und Stabilität achten. In diesem Fall sind Modelle aus Alu- oder Zink-Druckguss sehr empfehlenswert.

Egal für welchen Schraubstock man sich letztendlich entscheidet, er sollte zuverlässig, stabil und vor allem langlebig sein.